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Bergbau

Orte im Rhein-Sieg Kreis > Lohmar > Bergbau

Noch zahlreiche Spuren gibt es vom Bergbau in und um Lohmar. Kurz vor Overath steht noch die Aggerhütte. In ihr wurde seiner Zeit das Erz verarbeitet.
Direkt hinter der Aggerhütte befindet sich das Grubenfeld
Grubenkittel. Wir fahren von Overath aus am Schulzentrum Cyiax an der Agger entlang und halten am Campingplatz. Von hier aus gehen wir den Feldweg weiter. Hier fließt die Agger direkt am Berghang vorbei. Auf dem schmalen Weg geht es an dicken Felsbrocken vorbei (rechtes Bild), bis wir auf einen ersten kurzen Stollen treffen. Wenige Meter auf Höhe der Aggerhütte finden wir eine ca. 3 Meter hohe Halde, die Kreisförmig um den vermutlich zugeschütteten Stollen geht.
Wir folgen dem Weg und finden an dessen Ende einen zubetonieren Stollen (linkes Bild). Leider ist kein Schlitz für Fledermäuse eingelassen, durch den man mal einen Blick mit der Taschenlampe werfen kann. Wir kratzen vorsichtig eine untere Öffnung frei (schließlich überwintern hier evtl. Feuersalamander), erkennen aber schnell, dass diese auch keinen Blick ins Innere gewährt. Ich folge noch kurz dem Weg, der jetzt wieder in den Wald geht, und finde noch ein großes Absetzbecken, sowie einige Anzeichen vom alten Bergbau.
Zum Grubenfeld Grubenkittel gehören noch die Stollen/Versuchsbergwerke
Max, Vorposten, Mozart, Teophitus, Klopstock, Arschleder und Hasenberg. Ich hoffe die genaue Lage mit der Topografischen Karte 5109 heraus zu bekommen. Der Abbau der Erze erfolgte auch in tiefere Regionen. So wurden Schächte bis in 73 Meter Tiefe angelegt. In dieser Tiefe fand man abbauwürdige Vorkommen, die dann durch neue Stollen abgebaut wurden.
Von der Grube
Pilot in Wahlscheid ist noch das Stollenmundloch vom Weg aus zu sehen, welches allerdings verbrochen ist. Aus der Bergbauzeit sind auch noch 2 Gebäude vorhanden, die heute als Wohnhaus dienen. Die Grube Pilot verfügte auch über eine Erzaufbereitungsanlage.
In unmittelbarer Nähe befanden sich noch die Bergwerke
Hortensia und Schlolfkoepp. Besichtigt habe ich bisher nur das Stollenmudloch Pilot. Über ein Fördergerüst (Förderturm) wurde bis in eine Tiefe von 200 Metern gearbeitet. Über einen Schienenweg und eine 30 Meter lange Eisenbrücke gelangte das Erz in Looren zur Aufbereitungsanlage. Die Looren wurden von den Arbeitern geschoben.
Weiter oberhalb von Wahlscheid hat sich die Grube Langschläfer bei Weeg befunden.
Die Grube
Schubert nördlich von Lohmar-Bloch bestand aus einem 110 Meter langen Stollen. Zu sehen sind heute noch Absetzbecken, ein verbrochener und eingezäunter Stollen, sowie ein ehemaliges Bergwerksgebäude. 1856 wurde auch hier eine Erzaufbereitungsanlage errichtet, die mit einem Schienenweg zum Stollen verbunden war. Tiefbau wurde bis 40 Meter betrieben. später wurde diese dann durch die bessere Steinkohle abgelöst. So findet man auch Heute noch viele Holzkohlestellen in der Nähe von Bergwerken.
Auf der anderen Talseite kann liegen noch mehrere Bergwerke, die aber zum Stadtgebiet von Neunkirchen-Seelscheid gehören.
Folgt man von Lohmar-Krahwinkel dem Bach in Richtung Wenigerbach, so findet man in einem kleinen Seitental die Reste der Grube
Metz und Sedan. Eine Halde konnte ich nicht identifizieren. Aber man erkennt an zwei Stellen deutlich, wo sich die Zugänge befunden haben. Hier tritt Wasser aus.
Im Naafbachtal befindet sich von Lohmar aus gesehen auf der rechten Seite die Grube Juliette. Auf einer Weide im Hang finden wir eine Stelle, die der Zugang zum Stollen gewesen sein kann.
In der Nähe von Grimberg befinden sich auch noch 2 Stollen. Bei einem könnte es sich um einen kurzen Versuchstollen handeln. Er liegt gegenüber des großen Stollens. Vermutlich wurde hier die Fortsetzung der größeren Ader gesucht.
Der Hauptstollen ist durch ein Gitter massiv verschlossen. Er führt nach einem Plan ca. 120 Meter in den Berg und hat einen kurzen Seitengang.
Folgende alte Bergwerke haben sich mal in Lohmar befunden und werden noch erwandert:
Nöggerath, Körner, Robinson, Feigenberg, Robinson, Hannibal, Franziska, Schubert, Cinna, Cöln, Germania, Aurora und Volta.
Bei etlichen Gruben werden vermutlich keine Bergbauaktivitäten mehr sichtbar sein.

Östlich von Lohmar befindet sich unterhalb von Lohmarhohn das ehemalige Bergwerk
Moritz. Hier ist noch eine Pinge zu erkennen. Der Schacht hat sich vermutlich an der Stelle befunden, wo heute ein kleiner See befindet. Hier mündet ein kleiner Bach, es ist allerdings kein Abfluss zu sehen. Erst nachdem ich einige Blätter auf den See geworfen hatte, erkannte ich einen kleinen Strudel, wo das Wasser versickerte. Ca. 30 Meter weiter tritt das Wasser unterhalb eines neuen Weges wieder heraus. Es ist eine kleine Mauer zu finden. Ob es sich dabei um ein altes Stollenmundloch handelt, kann ich nicht sagen. Nördlich von Lohmarhohn hat sich das Bergwerk Mailust befunden. Eine Erkundung steht noch aus.´
Vom Landschaftsverband Rheinland gab es eine Wanderung entlang der alten Bergwerke
Walpot und Alexander bei Lohmar-Deesem. Das Bergwerk Walpot wurde ursprünglich mit einem Schacht betrieben. Später kamen dann etwas unterhalb die ersten Stollen hinzu. Hier sieht man Heute noch die Terrassen und die verschütteten Stolleneingänge. Unten im Tal am Wenigerbach befindet sich noch der tiefe Stollen (Julianen Stollen).
Im weiteren Verlauf der Wanderung kamen wir am ehemaligen Pochwerk vorbei. Hier wurde mit Wasserkraft das Gestein zerschlagen. Von der Wasserzufuhr sind Heute noch Reste im Hang deutlich zu sehen. Die untere Wasserzufuhr ging wohl zur Erzwäsche, und ist deshalb wesendlich größer, als die Wasserzufuhr für das Wasserrad. Vom Pochwerk stehen noch einige Grundmauern.

Auf dem Rückweg nach Lohmar-Deesem kommt man noch am alten Schacht vorbei, in dessen Nähe sich auch ein alter Stollen befunden hatte. Auf der geführten Wanderung wurde viel erklärt. Oberhalb des Abbaus wurde so zum Beispiel aus Eichen Holzkohle hergestellt. Holzkohle wurde für die Verhüttung benötigt.
(MK)

Stollenmundloch der Grube Pilot nach einer Schlammlawine kaum noch zu erkennen

Grube Schubert, nur noch ein Müllloch

Kleiner Stollen gegenüber von "Vorsicht Zeche"

Querschlag in "Vorsicht Zeche"


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